Oktober 2016:

In 7 Schritten zum Nachhaltigkeitsbericht

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat zusammen mit dem Unternehmensnetzwerk „econsense“ den Leitfaden „In 7 Schritten zum Nachhaltigkeitsbericht“ verfasst. Der Leitfaden baut auf den G4-Leitlinien der Global-Reporting Initiative auf und richtet sich besonders an diejenigen mittelständischen Unternehmen, die sich mit den Auswirkungen ihres Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzen möchten.

Der Leitfaden beschreibt sieben Schritte, die den Weg zum Nachhaltigkeitsbericht nach GRI beschreiben, dabei werden Struktur und Inhalte für den Bericht vorgeschlagen und gezeigt, warum es sich lohnt, einen Bericht zu verfassen.

Diese Ausführungen werden ergänzt um praktische Tipps von mittelständischen Unternehmen, die bereits Erfahrung mit dem Erstellen von Nachhaltigkeitsberichten gesammelt haben.

Download unter:

http://bdi.eu/media/presse/publikationen/2014_11_7_Schritten_Nachhaltigkeitsbericht_BDI_econsense.pdf

 

ISO-50001 - Energiemanagementstandard geht in die Revision

Mitte Juni 2016 wurde der Revisionsprozess der ISO 50001 in Schweden gestartet.

Laut dem in Schweden verabschiedeten Plan wird die Revision der ISO 50001 Anfang 2019 erscheinen. Die CD- Version (committee draft) wird seit dem 03. August 2016 auf der ISO-Website aufgeführt.

Weiterführende Informationen:

http://www.iso.org/iso/home/news_index/news_archive/news.htm?Refid=Ref2091

http://www.energimyndigheten.se/iso50001

 

Studie zur Wirksamkeit von Energieaudits

Energieaudits halten nicht das, was sich die Politik mit ihrem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz NAPE versprochen hat. Dies ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart, dem Fraunhofer IPA, der Beuth Hochschule Berlin und der DEnBAG. Im Rahmen der Studie wurden 3.270 Energieauditoren online befragt.

Die Ergebnisse der Studie sind ernüchternd:

Die im Gesetzentwurf genannte Zahl von 50.000 auditpflichtigen Unternehmen wird derzeit um mehr als 50% unterschritten. Darüber hinaus liegt die Umsetzungsquote der von den Beratern empfohlenen Maßnahmen deutlich unter einem Drittel. Insgesamt wird der reale Beitrag der Energieaudits zur Erfüllung des NAPE auf 22,6 Petajoule (PJ) geschätzt. Demgegenüber steht ein im NAPE festgeschriebener Beitrag der Energieaudits von 50,5 PJ.

Auch die Kosten der Audits stehen in einem schlechten Verhältnis zu den bisher identifizierten Einsparpotentialen:

Die Audits kosten die Unternehmen ca. 374 Mio. Euro. Gespart werden können aber über alle Unternehmen hinweg nur 250 Mio. Euro.

Der NAPE geht demgegenüber aber von Gesamteinsparungen in Höhe von 776 Mio. Euro Energiekosten aus.

Wie könnte man die Energieaudits verbessern? 

Ein wichtiger Ansatz ist die zu geringe Zeit zur Identifikation von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Ein weiteres Hindernis sind nicht eindeutige Regelungen zu Detailfragen und fehlende Musterberichte. Die Auditoren bemängelten außerdem, die fehlende Umsetzungspflicht der identifizierten Potentiale.

Auch die Auditoren sollten laut Studie besser geschult werden, da bisher Werkzeuge und Methoden der Audits nicht optimal genutzt werden.  

Weiterführende Informationen:

http://www.eep.uni-stuttgart.de/Download_EEP/Auswertung_Markterhebung_2016-07-19_kurz_KM_mod_DG.pdf

 

RE 100 – ein weltweiter Zusammenschluss von Unternehmen für erneuerbare Energien

RE 100 ist eine Initiative von einflussreichen Unternehmen weltweit, die sich dem Ziel der Steigerung der Nachfrage und Lieferung von 100% Strom aus erneuerbaren Energien verpflichtet haben.

Bedeutende Unternehmen die der Initiative beigetreten sind, sind unter anderem IKEA, Swiss Re, Adobe, Apple, BMW Group, Commerzbank, GM, H&M oder Nike.

Interessierte Unternehmen müssen sich verpflichten bis zu einem festgelegten Zeitpunkt 100% ihres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken.

Dabei werden sie z.B. durch Praxisberichte anderer Unternehmen oder bei der Entwicklung einer transparenten Berichterstattung unterstützt. Außerdem werden den Unternehmen auch Möglichkeiten zur Beseitigung von Hemmnissen aufgezeigt.

Weiterführende Informationen unter:

http://there100.org/

 

Transparenzpflichten für Strom- und Energiesteuer

Im Mai 2016 ist die Verordnung zur Umsetzung unionsrechtlicher Veröffentlichungs-, Informations- und Transparenzpflichten im Energiesteuer- und im Stromsteuergesetz (EnSTransV) in Kraft getreten. Unternehmen die bestimmte energie- und stromsteuerrechtliche Begünstigungen in Anspruch nehmen, haben in Zukunft eine Anzeige- bzw. Erklärungspflicht gegenüber dem Hauptzollamt. Sofern kein Antrag auf Befreiung von der Anzeige- und Erklärungspflicht genehmigt wird, muss die erstmalige Meldung bis zum 30.06.2017 für den Zeitraum 01.07.2016 bis 31.12.2016 erfolgen. Danach für jedes folgende Kalenderjahr.

Den Antrag auf Befreiung können Unternehmen dann stellen, wenn die betreffenden Steuerbegünstigungen in den vergangenen drei Kalenderjahren eine Höhe von 150.000 Euro nicht überschritten haben. Dabei ist ein Antrag für jede einzelne in Anspruch genommene Steuerbegünstigung zu stellen.

Die Anzeige- und Erklärungspflicht betrifft nur die Steuerbegünstigungen nach dem Energie- und Stromsteuergesetz, die nach Unionsrecht als staatliche Beihilfe gelten. Dazu zählen die Entlastungen für Unternehmen des produzierenden Gewerbes nach § 9b StromStG und § 54 StromStG sowie der häufig in Anspruch genommene sogenannte Spitzenausgleich.

Ab einer Höhe von 500.000 Euro pro Kalenderjahr werden die mitgeteilten Daten auf einer Website veröffentlicht.

Weiterführende Informationen unter:

http://www.gesetze-im-internet.de/enstransv/

und

http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Steuern/Verbrauchsteuern/Energie/Transparenzpflichten/transparenzpflichten_node.html

 

Studien zu treibhausgasneutralem Güterverkehr veröffentlicht

Um Deutschlands Klimaziele zu erreichen, muss der Güterverkehr bis spätestens 2050 treibhausgasneutral werden. Zwei Studien des Umweltbundesamtes zeigen Wege dahin auf. Kernpunkte der Studien sind eine konsequente Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sowie eine Energiewende hin zu postfossilen Antrieben.

Die Studie zur „Finanzierung einer nachhaltigen Güterverkehrsinfrastruktur“ zeigt konkrete Ansatzpunkte zur Stärkung des Schienengüterverkehrs, wie Ausbau der Schieneninfrastruktur, bis 2030 auf.

Mit den in der Studie vorgestellten Maßnahmen kann der Anteil des Schienengüterverkehrs deutlich erhöht werden. Gleichzeitig führen die vorgestellten Maßnahmen zu mehr Beschäftigung und Wertschöpfung.

Die zweite Studie zum „Klimaschutzbeitrag des Verkehrs bis 2050“ zeigt wie der Verkehr seinen Treibhausgasausstoß bis 2050 insgesamt auf 0 senken kann. Kernelement ist die Umstellung auf Fahrzeuge mit Elektromotoren und Strom aus erneuerbaren Energien.

Download der Studien unter:

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/texte_53_2016_finanzierung_einer_nachhaltigen_gueterverkehrsinfrastruktur_aktualisiert.pdf

und

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/texte_56_2016_klimaschutzbeitrag_des_verkehrs_2050_getagged.pdf