Mai 2016:

CSR-Berichtspflicht kommt Ende 2016

Bis zum 06.12.2016 muss die Richtlinie der EU zur Offenlegung von nicht-finanziellen Informationen in nationales Recht implementiert sein (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz). Seit 11.03.2016 liegt nun der Referentenentwurf für das kommende Gesetz vor. Betroffen sein werden demnach:

Diese müssen gemäß der Richtlinie 2014/95/EU mindestens über folgende Themen Transparenz schaffen:

Dabei  sind  eine  Beschreibung  des  Geschäftsmodells  sowie  Angaben  zu  Konzepten und  deren  Ergebnissen,  zu  Due-Diligence-Prozessen,  zu  wesentlichen  Risiken  mit schwerwiegenden  Auswirkungen  auf  nichtfinanzielle  Belange,  zu  den  wichtigsten

nichtfinanziellen  Leistungsindikatoren  und  gegebenenfalls  zu  im  Jahresabschluss ausgewiesenen  Beträgen  erforderlich.  Zu  berichten  sind  dabei  Angaben,  die  für  das Verständnis der Lage und der Auswirkungen der Kapitalgesellschaft erforderlich sind.

Zur Umsetzung dürfen Unternehmen auf bestehende nationale, europäische oder internationale Rahmenwerke für die Berichterstattung zurückgreifen, wobei das angewendete Regelwerk zu nennen ist (z.B. Leitsätze der OECD, Standard G4 der Global Reporting Initiative, EMAS, UN Global Compact, VN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte).

Mit Blick auf die Erfüllung der kommenden Berichtspflicht ab dem Geschäftsjahr 2017 sollten Unternehmen schon jetzt beginnen, relevante Daten und Fakten zusammenzutragen. Verstöße gegen die Auflagen können laut Entwurf Bußgelder in Höhe von bis zu 10 Mio. Euro oder 5 % des jährlichen Gesamtumsatzes des vorausgegangenen Geschäftsjahres nach sich ziehen.

KMU sind nicht direkt vom Gesetz betroffen. Sie können aber indirekt durch Forderungen von Abnehmern und Partnern damit konfrontiert werden.

Weiterführende Informationen: http://www.csr-in-deutschland.de/

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/

 

UN-Klimavertrag in Paris regt Kapitalabzug aus fossiler Energie an

Die UN-Klimakonferenz von Paris (12.12.2015) hat einen völkerrechtlich verbindlichen Klimavertrag hervorgebracht, der die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C begrenzen soll. Die damit verbundenen ambitionierten Ziele erfordern spätestens ab der zweiten Hälfte des Jahrhunderts einen vollständigen Abschied von fossilen Energien. Dies wirkt sich zunehmend auch auf Geschäftsmodelle, langfristige Unternehmens- und Investitionsstrategien aus (Stichwort Divestment).

Die Organisation 350.org berichtet, dass im Kontext der UN-Klimakonferenz bereits über 500 Finanzinstitutionen weltweit, die zusammen über mehr als 3,1 Billionen Euro Anlagekapital verwalten, zugesagt haben, Ihre Investitionen aus fossilen Energien abzuziehen. (Bsp.: Die Allianz AG verfügt über eine gesamte Anlagesumme von etwa 630 Milliarden Euro und hat angekündigt, vier Milliarden Euro aus der Kohleindustrie abzuziehen.)

Gerade vor dem Hintergrund der neuen ISO 14001 sollten die Chancen und Risiken aus den geänderten politischen Rahmenbedingungen bestimmt werden (Stakeholder Analyse). Insbesondere Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf der Förderung, Aufbereitung und Verwendung von fossilen Energieträgern beruht, sollten ihre Unternehmens- und Investitionsstrategie entsprechend anpassen.

Weiterführende Informationen: http://gofossilfree.org/de/was-ist-divestment/

 

Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz wird bis Ende 2018 verlängert

In vielen Unternehmen des deutschen Mittelstands schlummern Potentiale für Energieeffizienz und Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund verlängern die beiden Bundesministerien für Wirtschaft und Energie die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz um drei weitere Jahre und stellen zusätzliche Mittel in Höhe von 4 Millionen Euro bereit.

In Form von Dialogangeboten, Informationen und Qualifizierungen werden Unternehmen konkrete Hilfestellungen im Themenfeld Energieeffizienz und Klimaschutz angeboten. Dabei setzt das Programm verstärkt auf den Nachwuchs: Energie-Scouts (Auszubildende) und Innovationsassistenten (Studierende) sollen in den Unternehmen nach Energieeffizienzmöglichkeiten suchen und Projekte bearbeiten.

Weiterführende Informationen: http://www.mittelstand-energiewende.de/

 

Effizienzagentur NRW: kostenfreies Angebot zur CO2-Bilanzierung für Unternehmen und Berater

Transparenz über die eigenen CO2-Emissionen werden für den produzierenden Mittelstand immer wichtiger – ob unter dem Aspekt der Ressourcen- und Kosteneinsparung oder der Erfüllung von Kundenanforderungen. Die Effizienz-Agentur NRW bietet Unternehmen jetzt mit dem Online-Bilanzierungstool „Eco-Cockpit“ eine Möglichkeit, CO2-Treibern schnell und kostenfrei auf die Spur zu kommen. Eco-Cockpit ist einfach handhabbar und bietet vielfältige Auswertungsmöglichkeiten für Unternehmen. Die Ergebnisse erlauben die Bewertung der Prozess- und Produktionsemissionen sowie den Vergleich der Emissionen zu alltäglichen Größen – und helfen so, Hauptemittenten zu identifizieren und Verbesserungsmöglichkeiten zu erschließen. Das Tool arbeitet nach dem Bilanzierungsstandard des Greenhouse Gas Protocol mit dem Fokus auf den Emissionen, die im Unternehmen entstehen. Datengrundlage liefern die anerkannten freien Datenbanken für CO2-Äquivalente „ProBas“ und „GEMIS“.

Weiterführende Informationen unter: https://www.ecocockpit.de/

 

DIHK-Merkblatt zum neuen KWKG

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (kurz: KWKG) regelt die Abnahme von und die Vergütung für Strom aus KWK-Anlagen sowie die Zahlung von Zuschlägen für den Neu- und Ausbau von Wärme- und Kältenetzen. Durch die Novellierung des Gesetzes zum 01.01.2016 entsteht bei vielen Unternehmen eine Unsicherheit über die damit jeweils konkret verbundenen Konsequenzen.

Der DIHK greift in einem Merkblatt häufig gestellte Fragen auf und verweist auf die entsprechenden Paragraphen und Regelungen des KWKG. Unternehmen können sich hier einen schnellen Überblick

verschaffen.

Weiterführende Informationen http://www.dihk.de/themenfelder/innovation-und-umwelt/

 

Energieintensität stärker verbessert als gedacht

Energieintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes können auch im Jahr 2016 über den sogenannten Spitzenausgleich einen Teil der von Ihnen entrichteten Strom- und Energiesteuern zurückerhalten. Bemerkenswert dabei ist, dass der geforderte Zielwert der industriellen Reduktion der Energieintensität von 2,6 Prozent (gegenüber dem Basiswert der jahresdurchschnittlichen Energieintensität in den Jahren 2007 bis 2012) um mehr als das Dreifache übertroffen wurde. Das beauftragte Prüfinstitut kommt in seinem Bericht zu dem Ergebnis, dass die tatsächliche Reduktion bei 8,9 Prozent gegenüber dem Basiswert liegt.

 

Update des Onlineportal „Föderal Erneuerbar“

Das von der Agentur für Erneuerbare Energien betreute Portal "Föderal Erneuerbar" umfasst mehr als 300 Datensätze zu Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie auf Länderebene. Die Datenbasis wurde gerade auf den neuesten Stand gebracht und wird fortlaufend aktualisiert. Alle Daten und Statistiken können in Form interaktiver Karten angesehen und als Graphik oder Excel-Tabelle heruntergeladen werden.

Weiterführende Informationen: http://www.foederal-erneuerbar.de/startseite

 

Neues Faktenpapier „Strompreise in Deutschland“

Die Debatte um die Strompreise in Deutschland hat sich etwas beruhigt, gleichwohl sind zum Jahreswechsel 2015/16 die Netzentgelte deutlich gestiegen. Der DIHK beleuchtet, vor dem Hintergrund mehr Transparenz in das Thema zu bringen, das Themenfeld der Strompreise in einem Faktenpapier. Die wesentlichen Punkte des Papiers sind:

Weiterführende Informationen: http://www.dihk.de/themenfelder/innovation-und-umwelt/

 

Mehr Energieeffizienz-Netzwerke in 2016 angestrebt

Die Bundesregierung fördert seit Ende 2014 die Initiierung und Arbeit von Unternehmens-Energieeffizienz-Netzwerken. Da sich gezeigt hat, dass netzwerkende Unternehmen ihre Energieeffizienz nach drei bis vier Jahren im Vergleich zum Branchendurchschnitt deutlich stärker steigern konnten, soll die Dynamik der Netzwerkgründungen dieses Jahr noch einmal deutlich ausgebaut werden.

Ein Energieeffizienznetzwerk ist ein systematischer, zielgerichteter und unbürokratischer Erfahrungs- und Ideenaustausch von meist 8 bis 15 Unternehmen/ Unternehmensstandorten über in der Regel eine Dauer von 2-3 Jahren zur gemeinsamen Steigerung der Energieeffizienz. Mit Hilfe einer qualifizierten Energieberatung (extern/intern) werden zu Beginn eine Bestandsaufnahme und verbindliche Einsparziele erarbeitet. Auf dieser Grundlage erfolgen anschließend die Umsetzung und der gegenseitige Erfahrungsaustausch.

Begleitet werden soll die Initiative ab 2017 durch ein jährlich stattfindendes, detailliertes und anonymisiertes Monitoring (nachdem die ersten Netzwerke in die Phase der Maßnahmenumsetzung eingetreten sind).

Weiterführende Informationen: http://www.effizienznetzwerke.org/

 

Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz unterstützt KMU kostenfrei

Mit dem Zentrum für Ressourceneffizienz des VDI steht kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im verarbeitenden Gewerbe, die ressourceneffizienter produzieren möchten, eine Anlaufstelle zur Verfügung, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützt. Das Kompetenzzentrum erarbeitet praxisbezogene Informationsangebote und Arbeitsmittel, die es den KMU kostenfrei zur Verfügung stellt.

Unternehmen können sich zum Beispiel mit einem Online-Kostenrechner ihre individuellen Material- und Energieflüsse sowie ihre Kostenstruktur vor Augen führen. Mit Hilfe sogenannter Ressourcencheck-Fragebögen können sie zudem mögliche Einsparpotentiale im Betrieb aufdecken. Des Weiteren können sie auf detaillierte Informationen aus über einem Duzend Branchen und aus der Bauwirtschaft zugreifen (Prozessketten, beste verfügbare Technik, Videos, Praxisbeispiele und F&E-Projekte).

Weiterführende Informationen: http://www.ressource-deutschland.de/

  

Schaufenster-Regionen sollen Musterlösungen für die zukünftige Energieversorgung entwickeln

Mit dem Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende (SINTEG)“ fördert das Bundeswirtschaftsministerium fünf großflächige Modellregionen. Ziel ist es, massentaugliche Musterlösungen für eine klimafreundliche, sichere und effiziente Energieversorgung bei hohen Anteilen schwankender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie zu entwickeln und zu demonstrieren. Dabei sollen die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch sowie der Einsatz innovativer Netztechnologien und        -betriebskonzepte im Zentrum stehen.

Jedes für eine Förderung vorgesehene Schaufenster zielt dabei auf spezifische Aspekte, die zukünftig besonders relevant sind:

Die ausgewählten Schaufenster-Regionen sind aufgefordert, konkrete Projektanträge beim Projektträger Jülich einzureichen. Die bewilligten Einzelprojekte sollen im zweiten Halbjahr 2016 starten. Die Projektlaufzeit beträgt vier Jahre.

Weiterführende Informationen: http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Netze-und-Netzausbau/sinteg.html

https://www.ptj.de/sinteg

 

Handlungshilfe zur Gefahrstoffverordnung

Seit dem 01.06.2015 löst die CLP-Verordnung (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) die bis dahin geltenden Richtlinien für die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien vollständig ab. Allerdings bezieht sich die derzeit gültige Gefahrstoffverordnung an einigen Stellen noch auf die alten Richtlinien (67/548/EWG bzw. 1999/45/EG). Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat deshalb eine Handlungshilfe veröffentlicht.

Die Handlungshilfe ermöglicht Anwendern, schnell und unkompliziert zu prüfen, ob die Einstufung eines Stoffes oder Gemisches nach den Vorgaben der CLP-Verordnung Rechtsfolgen für ihn hat. Darüber hinaus weist die Handlungshilfe auf einige weitere Konsequenzen hin, die sich aus der Umstellung von alter zu neuer Einstufung ergeben.

Weiterführende Informationen: http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Rechtstexte/Gefahrstoffverordnung.html

 

EMAS und die neue ISO 14001

Am 15.09.2015 wurde die überarbeitete Norm ISO 14001:2015 veröffentlicht. Da die Umweltmanagement-norm in der EMAS-Verordnung integriert ist und dies auch so bleiben soll, erarbeitet die EU-Kommission derzeit in Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten den Anpassungsbedarf für EMAS. Vorab hat jetzt aber schon einmal der Umweltgutachterausschuss die Auswirkungen der Änderungen der neuen ISO 14001:2015 im Rahmen der EMAS-Verordnung bewertet und seine Erkenntnisse in einem Infoblatt zusammengestellt.

Für die an EMAS teilnehmenden Unternehmen und Organisationen wird sich demnach nur ein geringfügiger Anpassungsbedarf ergeben. Auch nach der Integration der ISO 14001:2015 bleibt es bei folgenden Alleinstellungsmerkmalen von EMAS:

Die Veröffentlichung der neuen EMAS-Verordnung ist für das 4. Quartal 2016 bis 1. Quartal 2017 vorgesehen.

Weiterführende Informationen:

http://www.emas.de/aktuelles/2016/04-02-16-emas-und-die-neue-iso-14001/

 

CO2-effiziente Seefrachtlösungen von DHL

DHL Global Forwarding erweitert sein Serviceangebot und gibt Kunden als erstes Speditionsunternehmen die Möglichkeit, eine auf ihren Transportbedarf optimal abgestimmte, CO2-effiziente Seefrachtlösung zu wählen. Mit dem neuen Green Danmar Service - der von Danmar Lines, dem DHL eigenen NVOCC (Non-Vessel Operating Common Carrier) angeboten wird - können Kunden einen Frachtführer für Containervollladungen auswählen, dessen CO2-Effizienz um mehr als 5 Prozent über dem Branchendurchschnitt liegt. Darüber hinaus kann der neue Service für einen komplett emissionsneutralen Transport mit der CO2-Ausgleichslösung von DHL kombiniert werden. Damit haben umweltbewusste Kunden jetzt die Möglichkeit, die CO2-Effizienz ihrer Seefrachttransporte weiter zu verbessern und so ihren eigenen CO2-Reduktionszielen einen Schritt näher zu kommen.

Weiterführende Informationen:

http://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2016/kunden_reduzieren_co2-fussabdruck_mit_dhl_service.html

 

Neue Verordnung zum Schutz vor Legionellen

Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider standen in den vergangenen Jahren als Verursacher zahlreicher Legionelleninfektionen in der öffentlichen Diskussion (z.B.: Ulm/Neu-Ulm und Warstein). Das Bundesumweltministerium will jetzt mit Hilfe einer neuen Verordnung den hygienisch einwandfreien Betrieb dieser Anlagen sicherstellen (zukünftig 42. Bundes-Imissionsschutzverordnung). Ein erster Entwurf wurde Anfang des Jahres den betroffenen Kreisen von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zur Anhörung zugesandt.

Der Entwurf basiert auf einem Konzept gestufter Betriebskontrollen, d.h. zunehmende Abweichungen vom Zustand des ordnungsgemäßen Betriebs führen zur Intensivierung der Eigen- und Fremdkontrolle und zu einer Verdichtung zu ergreifender Maßnahmen, bis hin zur Gefahrenabwehr und direkter Beteiligung der Behörden. Der Entwurf sieht keine automatische Einstellung des Anlagenbetriebs vor, jedoch haben die Behörden im Einzelfall die Möglichkeit, eine mindestens vorübergehende Betriebseinstellung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz anzuordnen.

Der Entwurf bedarf der Zustimmung des Bundesrates und soll noch dieses Jahr in Kraft treten.

Weiterführende Informationen: https://euro.vdma.org/

 

Novellierte Abfallverzeichnis-Verordnung

Seit dem 11.03.2016 gilt die novellierte Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV). Zu den wesentlichen Neuerungen zählen:

Weiterführende Informationen:

http://www.bmub.bund.de/themen/wasser-abfall-boden/abfallwirtschaft/abfallarten-abfallstroeme/gefaehrliche-abfaelle/