ISO Survey 2015 und Ausblick 2017

Die Ergebnisse der ISO Umfrage für das Jahr 2015 geben einen Überblick über die Anzahl der ausgestellten Zertifikate, Schwankungen innerhalb bestimmter Normen und zukünftiger Trends.

Tabelle 1: ISO Survey 2015 (Quelle: www.iso.org)

Standard

Anzahl der Zertifizierungen  in 2015

Anzahl der Zertifizierungen  in 2014

Entwicklung

Entwicklung in %

ISO 9001

 

1.033.936

 

1.036.321

- 2.385

-0,2%

ISO 14001

319.324

296.736

22.588

8%

ISO 50001

11.985

6.765

5.220

77%

Statistik aller Zertifizierungen

1.519.952

1.476.504

43.448

3%

Für Dezember 2017 wird die neue Norm zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ISO 45001 erwartet. Ziel der ISO 45001 ist es, systematische und kontinuierliche Prozesse der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes zu etablieren, um Verletzungen und Erkrankungen zu verhindern. Sie wird der High-Level-Struktur angepasst und sich daher effizient mit anderen Normen kombinieren lassen.

Mehr Details finden Sie auf den Seiten der ISO: http://www.iso.org/

 

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016

Mit der Ende 2016 überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie legt die Bundesregierung ausführlich dar, welche Herausforderungen sich aus der Verpflichtung auf eine nachhaltige Entwicklung ergeben, welche konkreten Ziele sie sich steckt und welche Maßnahmen sie ergreift, um diese zu erreichen. Der geforderte Umbau von Strukturen, Prozessen sowie Denk- und Verhaltensweisen orientiert sich dabei an den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.

Herzstück der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem:

Das SDG-7 „Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern“ wird bspw. wie in Tabelle 2 aufgeschlüsselt.

Tabelle 2: Ausschnitt aus den 36 Bereichen nachhaltiger Entwicklung inkl. Schlüsselindikatoren (Quelle: Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016, S. 246)

Nr.

Indikatorenbereich Nachhaltigkeitspostulat

Indikatoren

Ziele

7.1.a

Ressourcenschonung

Ressourcen sparsam und effizient nutzen

Energieproduktivität

Steigerung der Endenergieproduktivität um 2,1 % pro Jahr im Zeitraum 2008-2015

7.1.b

 

Primärenergieverbrauch

Senkung um 20% bis 2020 und um 50% bis 2050 jeweils gegenüber 2008

7.2.a

Erneuerbare Energie

Zukunftsfähige Energieversorgung ausbauen

Anteil erneuerbarer Energien am Brutto-Endenergieverbrauch

Anstieg auf 18% bis 2020, auf 30% bis 2030 und 60% bis 2050

7.2.b

 

Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am Bruttostromverbrauch

Anstieg auf min. 35% bis 2020, auf min. 50% bis 2030, auf min. 65% bis 2040 und auf min. 80% bis 2050

Das Dokument der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, inklusive der ausführlichen Tabelle der 36 Nachhaltigkeitsbereiche mit Schlüsselindikatoren (S. 245-248), finden Sie unter:

https://www.bundesregierung.de/

Nachhaltige Entwicklung in Deutschland

Parallel zur Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie hat das Statistische Bundesamt Ende 2016 einen umfangreichen Indikatorenbericht über den Stand der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland veröffentlicht. Die verwendeten Indikatoren wurden von der Bundesregierung entwickelt und zusammen mit den jeweiligen Zielwerten im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt. Für den neuen Bericht wurden die Indikatoren analog zu den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen geordnet.

Emissionen in Luft 

Abbildung 1: Emissionen von Luftschadstoffen (DStatis, 2016: 24)

Insgesamt bietet der Bericht einen ausführlichen Überblick über 63 Indikatoren. Diese werden jeweils graphisch aufbereitet (siehe Abb. 1), definiert, hinsichtlich Ziel und Intention eingeordnet sowie in ihrer Entwicklung beschrieben. Zusätzlich enthält der Bericht einen teilweise bis 2010 zurückreichenden Datenanhang.

Der Bericht legt Informationen zum Stand der Nachhaltigkeit in Deutschland dar und ist zudem eine informative Quelle für Unternehmen, die selbst noch auf der Suche nach geeigneten Indikatoren sind.

Der Indikatorenbericht ist abrufbar unter:

https://www.destatis.de/

 

Umlagen auf Strom steigen, Entlastungsmöglichkeiten fallen teilweise weg

Im Oktober 2016 haben die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der diesjährigen Stromumlagen je Kilowattstunde (kWh) bekannt gegeben (siehe Tab. 3).

Tabelle 3: Entwicklung der Stromumlagen in ct/kWh (Quelle: Netztransparenz, 2016; Angaben ohne Gewähr)

Umlage

2015

2016

2017

EEG-Umlage

6,170 ct/kWh

6,354 ct/kWh

6,880 ct/kWh

KWKG-Umlage

0,254 ct/kWh

0,445 ct/kWh

0,438 ct/kWh1

AbLaV-Umlage

0,006 ct/kWh

---

0,006 ct/kWh

Offshore-Haftungs-Umlage

-0,051 ct/kWh2

0,040 ct/kWh

-0,028 ct/kWh2

§ 19 StromNEV-Umlage

0,227 ct/kWh

0,378 ct/kWh

0,388 ct/kWh

Summe

6,606 ct/kWh

7,217 ct/kWh

7,684 ct/kWh

1 laut Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetz-Entwurf 2017

2 Hintergrund für die negativen Werte der Offshore-Haftungs-Umlage sind finanzielle Nachholungen aus der Jahresabrechnung der Vorjahre.

Bei einem Stromverbrauch von 1 GW führen die neuen Werte im Jahr 2017 zu einer Kostensteigerung von 10.780 Euro gegenüber 2015.

Besonders stromkostenintensive Unternehmen bestimmter Branchen sowie Schienenbahnen können im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage stellen. Dies ist jedoch an strenge, auf Basis von Ist-Daten zu erfüllende Voraussetzungen gebunden.

Unternehmen, die den Anforderungen der Besonderen Ausgleichsregelung genügen, bisher jedoch auf die Einführung eines EnMS nach ISO 50001 verzichtet haben, sollten Ihre Kosten-Nutzen-Abwägung mit Blick auf die Vergünstigungen bei KWKG-, Offshore-Haftungs- und § 19 StromNEV erneut vornehmen.

Weiterführende Informationen unter: https://www.netztransparenz.de/

http://www.bafa.de/DE/Energie/Besondere_Ausgleichsregelung/

 

Förderung zur Heizungsoptimierung

Im August 2016 ist das Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur Heizungsoptimierung gestartet. Gefördert wird:

 

In Verbindung mit dem hydraulischen Abgleich können zusätzlich Investitionen und Optimierungsmaßnahmen an bestehenden Anlagen gefördert werden:

Nicht gefördert werden die Anschaffung und Installation gebrauchter Anlagen sowie neuer Anlagen mit gebrauchten Anlagenteilen, Eigenleistungen sowie Nebenleistungen, wie z.B. Wandverkleidungsarbeiten und Entsorgungsleistungen.

Die Förderung beträgt 30% der Nettoinvestitionskosten, höchstens jedoch 25.000 Euro und erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss, der nach Umsetzung der Maßnahmen und Einreichung der vollständigen Antragsunterlagen an den Antragsteller überwiesen wird.

Die Antragsstellung erfolgt online vor Maßnahmenbeginn.

Weiterführende Informationen unter:

http://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Heizungsoptimierung/

 

Effizienter und nachhaltiger Rohstoffeinsatz

Ein effizienter Rohstoffeinsatz bestimmt maßgeblich die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit produzierter Erzeugnisse. Entsprechend wichtig sind die Wahl der Rohstoffquelle und die Produktions- und Verarbeitungsverfahren. Nachwachsende Rohstoffe spielen dabei zunehmend eine wichtige Rolle als sinnvolle Alternative.

Eine Kurzstudie des VDI Zentrum Ressourceneffizienz stellt jetzt aktuelle Erkenntnisse zum Themenbereich „Einsatz biobasierter Materialien im verarbeitenden Gewerbe“ zusammen. Enthalten ist eine Zusammenstellung relevanter Forschungsergebnisse, neuer Technologien und Prozesse sowie Gute-Praxis-Beispiele.

Die Studie ist abrufbar unter:

http://www.ressource-deutschland.de/

 

Abfallbeauftragtenverordnung 2017

Am 01.06.2017 tritt die neue Abfallbeauftragtenverordnung (AbfBeauftrV 2017) in Kraft. In ihr werden sowohl der Anwendungsbereich als auch die Personen und Anlagen, die einen Abfallbeauftragten bestellen müssen, neu definiert.

Des Weiteren enthält die neue Verordnung erstmals Anforderungen an die Zuverlässigkeit (§8) und Fachkunde (§9) von Abfallbeauftragten.

Die Abfallverordnung ist abrufbar unter:

https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/abfbeauftrv/

 

Umweltproduktdeklaration für Bauprodukte

Die Wirkungserfassung verschiedener Bauweisen und die damit einhergehende Auswahl von nachhaltigen Baumaterialien ist mit hohem Aufwand verbunden. Bauprodukte sind keine Endprodukte. Für eine Gesamtbeurteilung ist eine modulare Herangehensweise erforderlich, die auf Gebäudeebene die gesamte Lebensspanne und alle Nebeneffekte betrachtet.

Eine Möglichkeit, bauproduktspezifische Ökobilanzdaten über alle Lebenszyklusphasen heranzuziehen, sind Environmental Product Declarations (EPDs). Diese beruhen auf unabhängig überprüften Daten aus Ökobilanzen, aus Sachbilanzen oder Informationsmodulen, welche u.a. mit der Normenreihe ISO 14040 konform sind. Entscheidend ist, dass bei diesen sogenannten Typ-III-Umweltdeklarationen kein Vergleich oder eine Vorabbewertung auf Produktebene stattfindet. Die Bewertung erfolgt in Abhängigkeit der Fragestellung für die funktionale Einheit, z.B. auf Gebäudeebene.

Seit 2014 gibt es eine europaweit gespeiste und genutzte ECO EPD Plattform. Es zeigt sich, dass Endkonsumenten (B2B) in der Regel einfachere Informationen benötigen. Für die B2B-Kommunikation haben sich die EPDs jedoch bewährt.

Weiterführende Informationen beim Institut Bauen und Umwelt e.V.:

http://ibu-epd.com/

 

Änderungen beim Recht der Umweltverträglichkeitsprüfung

Bis zum 16.05.2017 sollen die auf EU-Ebene beschlossenen Änderungen beim Recht der Umweltverträglichkeitsprüfung in nationales Recht umgesetzt werden. Konzept und Grundstruktur von Umweltverträglichkeitsprüfungen bleiben erhalten, aber es wird viele Neuerungen und Konkretisierungen im Detail geben. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines Artikelgesetzes – UVP-Modernisierungsgesetz (UVPModG) –, zum anderen durch eine Änderung der 9. BImSchV.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat Ende Dezember 2016 einen Referentenentwurf veröffentlicht, aus dem wesentliche Punkte herausgelesen werden können.

Der Gesetzesentwurf ist abrufbar unter:

http://www.bmub.bund.de/