Februar 2016:

Zertifizierungen weiterhin auf Erfolgskurs

Die International Organization for Standardization (ISO) meldet für 2014 einen Anstieg der Zertifizierungen um 3 %. Die QM-Norm ISO 9001 ist weiterhin sehr beliebt, den größten Zuwachs verzeichnet jedoch die Zertifizierung nach ISO 50001 (Energiemanagement).

Standard

Anzahl der Zertifizierungen  in 2014

Anzahl der Zertifizierungen  in 2013

Entwicklung

Entwicklung in %

ISO 9001

1.138.155

1.126.460

11.695

1 %

ISO 14001

324.148

301.622

22.526

7 %

ISO 50001

6.778

4.826

1.952

40 %

Statistik aller Zertifizierungen

1.609.294

1.561.482

47.812

3 %

Quelle: http://www.iso.org/iso/iso_survey_executive-summary.pdf?v2014, Seite 1

Für Ende 2016 ist die neue Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagementnorm ISO 45001 geplant, welche die Zertifizierung nach BS OHSAS 18001 ablöst. Es ist bereits bekannt, dass die neue Norm der „High Level Structure“ folgen wird. Dadurch lässt sie sich effizient in ein integriertes Managementsystem einarbeiten.

Weitere Informationen unter: http://www.iso.org/

 

Arbeitsplatzgrenzwerte

Ende 2015 wurden vom Ausschuss für Gefahrstoffe eine Reihe von Arbeitsplatzgrenzwerten geändert und ergänzt. Die technischen Regeln für Gefahrstoffe geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und -hygiene sowie sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung wieder.

Detaillierte Informationen unter: http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/

 

Beste verfügbare Technik – Holzwerkstofferzeugung

Die Europäische Kommission hat im November 2015 eine neue BVT-Schlussfolgerung für die Holzwerkstofferzeugung veröffentlicht.

BVT-Schlussfolgerungen, beinhalten branchenspezifische Informationen über die besten verfügbaren Techniken (BVT) bezüglich der Vermeidung/Reduktion von Umweltbelastungen. Die Dokumente basieren auf den Regelungen der europäischen Industrieemissionsrichtlinie und werden für jede betroffene Branche in einem Austausch zwischen Mitgliedsstaaten, Industrie und Umweltverbänden erarbeitet. Im Ergebnis legen sie den Stand der Technik für Industrieanlagen in der Europäischen Union fest und sind bei Genehmigungen von Anlagen, die von der Industrieemissionsrichtlinie betroffen sind, verbindlich heranzuziehen. Die Überwachungsbehörden können außerdem auch für Bestandsanlagen eine Nachrüstung innerhalb von 4 Jahren auf den BVT Stand fordern.

Weiterführende Informationen:

http://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/beste-verfuegbare-techniken

 

Nationales Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen

Durch die Änderung des Energieverbrauchskennzeichnungsgesetzes wurde ein nationales Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen d.h. von Heizkesseln geschaffen. Hierzu wurde der Anwendungsbereich des Gesetzes über die bisher geregelten, neu in Verkehr gebrachten Produkte, Kraftfahrzeuge und Reifen hinaus auf in Verwendung befindliche Heizgeräte erweitert. Das zu verwendende Etikett bzw. Label stimmt weitgehend mit dem EU-Etikett für neu in Verkehr gebrachte Heizgeräte überein. 

Nach § 21 der EnEV (Energieausweise für bestehende Gebäude) sind Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und Gebäudeenergieberater des Handwerks ab 2016 berechtigt, ein Etikett/Label auf Heizgeräte anzubringen. Welche Geräte etikettiert werden müssen, ist in der neuen Anlage 3 des EnVKG zeitlich gestaffelt aufgeführt (je jünger, desto länger die Frist zur verpflichtenden Etikettierung).

Die Information des Labels sollen Energieeinsparpotentiale aufdecken und eine Entscheidungshilfe liefern, wann sich die Anschaffung einer neuen Heizung wirtschaftlich lohnt.

Weiterführende Informationen unter: http://bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/M-O/neues-energielabel-alte-heizungen

 

Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten

Abfallvermeidung oder zumindest deren möglichst effiziente Verwertung ist grundlegende Voraussetzung für den Schutz natürlicher Ressourcen. Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz verpflichtet Hersteller, Importeure und Exporteure sowie Händler stärker als bisher, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen. Neu ist zum Beispiel die Pflicht, einen Bevollmächtigten für die Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung zu bestimmen, wenn ein Verantwortlicher selbst keine Niederlassung in Deutschland hat.

Der abfallrechtliche Besitzer ist verpflichtet, die Entgegengenommenen Geräte hinsichtlich ihrer Funktion zu überprüfen, das Vorhandensein gefährlicher Stoffe zu bewerten und die Ergebnisse zu dokumentieren. Die Informationen werden gebündelt und zentral bei der zuständigen Behörde (Elektro-Altgeräte-Register) veröffentlicht und dem Verbraucher zugänglich gemacht.

Weiterführende Informationen unter: http://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/elektroaltgeraete/elektro-elektronikgeraetegesetz

 

Ressourceneffizienz

Durch diverse Programme unterstützen Bund und Länder seit langem die Erforschung und Erprobung ressourceneffizenter Maßnahmen und Technologien im verarbeitenden Gewerbe. Hierdurch existieren mehrere tausend Projektberichte. Um die zahlreichen Einzelergebnisse für Unternehmen zu bündeln, zu strukturieren und transparent aufzubereiten, wurde im Auftrag des VDI ZRE und der Ministerien von  Hessen und Baden-Württemberg eine Vergleichsstudie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist ein umfangreicher Katalog über erfolgreiche Effizienzmaßnahmen in den Technologiebereichen Urformen (Metallguss, Kunststoffspritzguss), Umformen (Kalt- und Warmformung), Trennen, Fügen, Beschichten (Galvanisieren und Lackieren), Stoffeigenschaften ändern und chemische Verfahren sowie Maßnahmen im direkten Produktionsumfeld. Zusätzlich formulieren die Autoren den Vorschlag, bei zukünftigen Projekten Benchmarks zu etablieren. Nur allgemein anerkannte Vergleichsmaßstäbe liefern den Unternehmen zuverlässige Referenzwerte, um die eigenen Möglichkeiten einzuschätzen und zu optimieren.

Die Studie ist abrufbar unter: http://www.ressource-deutschland.de/

 

Klimaschädliche Kältemitteln – einsetzten, entsorgen, ersetzen

Die EU-Verordnung Nr. 517/2014 regelt den Einsatz von, den Umgang mit und die Entsorgung von klimaschädlichen Kältemittel und setzt für verschiedene Anwendungen klare Ausstiegsfristen. In Deutschland wird die Verordnung zusätzlich durch die Chemikalien-Klimaschutzverordnung konkretisiert. Insbesondere die Verwendung von fluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW, FKW, SF6) soll bis 2025 schrittweise reduziert werden.

Entscheidend aus Unternehmersicht ist: Sobald Sie die Kontrolle über das technische Funktionieren von Kühleinrichtungen haben, sind Sie Betreiber und damit verantwortlich, die geforderten Richtlinien einzuhalten. Ob Sie zugleich Eigentümer sind, ist dabei nicht entscheidend.

Das Umweltbundesamt bietet eine anschauliche Broschüre unter anderem mit Entscheidungsleitfragen und Informationen, wie eine HFKW-freie Anlage gefunden werden kann und welche Fördermöglichkeiten es gibt: http://www.umweltbundesamt.de/