Aktuelles: Stand Dezember 2018

1. Nachhaltigkeit: Wegweiser für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland beschäftigen 60% der Arbeitnehmer und erwirtschaften 30% der Umsätze. Damit KMUs genauso systematisch ihre Nachhaltigkeitsziele verfolgen können, hat das Ökoinstitut gemeinsam mit der Uni Freiburg einen Wegweiser „Nachhaltiges Handeln in Unternehmen und Regionen“ herausgebracht.

In kleinen Unternehmen ist das Umweltbewusstsein oft gut jedoch das Vorgehen meistens wenig strukturiert, es fehlt das Wissen, wie man das Thema Nachhaltigkeit systematisch angehen soll.

Der Wegweiser soll Unternehmen einen Maßnahmenkatalog an die Hand geben, mit dem sie in wenigen Schritten und ohne große Vorarbeiten erkennen können:

-Welche Themenbereiche für das Unternehmen relevant sind

- Wie diese durch das eigene Handeln beeinflusst werden,

- Wo dringender Handlungsbedarf besteht

Und schließlich

-Wie Ziele formuliert, umgesetzt und kommuniziert werden.

 Interessant für Unternehmen

Interessant ist, dass der Leitfaden auf der praktischen Beratung kleiner und mittelständischer Unternehmen im Kreis Steinfurt basiert. Der Leitfaden ist ansprechend und gut lesbar und mit Übersichtskästen gestaltet. Auf KMU als Zielgruppe wird gut eingegangen. Es wird eine breite Übersicht geboten, dabei ist der Leitfaden aber auch konkret z.B. mit Hinweisen zu Kommunikationsformaten für KMU, die bisher nur wenig zu Nachhaltigkeit kommunizieren oder einer Übersicht, was einen guten Nachhaltigkeitsbericht ausmacht.

Weiterführende Informationen:

www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Wegweiser-nachhaltiges-Handeln-KMU.pdf

 

2. DGNB -System: Zertifizierung für nachhaltiges Bauen

Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) hat die Maßstäbe bei der Gebäudezertifizierung weiterentwickelt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die frühzeitige und ganzheitliche Berücksichtigung des Themas. Auch geht das Zertifizierungssystem über die unmittelbare Bauaufgabe hinaus, so zum Beispiel bei der Berücksichtigung der Biodiversität oder der verantwortungsvollen Ressourcen Gewinnung.

Interessant für Unternehmen

Für die betriebliche Praxis ist interessant, dass DIE NEUE Version des DGNB Systems gleich für neun verschiedene Nutzungstypen interessant ist, unter anderem für: Produktionsstätten, Logistikimmobilien und Büro und Verwaltungsgebäude.

Auch wenn man seine Gebäude nicht nach dem DGNB System zertifizieren lassen möchte, kann ein Blick in die Kriterienliste Anregungen liefern, das eigene Bauvorhaben nachhaltiger zu gestalten.

 Weiterführende Informationen:

https://www.dgnb-system.de/de/system/version2018/kriterien/?pk_campaign=sysbox_kriterien

 

 

3. Betriebliche Managementsysteme – offene Link-Liste

Das Bayrische Landesamt für Umwelt hat eine (bundesweit relevante) Übersicht über Normen, Gesetze und Managementsysteme veröffentlicht. Diese enthält insbesondere für KMUs und Handwerksbetriebe relevante Informationen.

Interessant für Unternehmen

Die link-Liste kann als Einstieg für Unternehmen dienen, die anfangen sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Für erfahrene UMB´s ist nicht die linkliste aber die Webseite des Umweltpaktes Bayern sicher einen Besuch wert, hier sind immer wieder gute Arbeitshilfen zu finden (z.B. Arbeitsunterlagen, mit denen man in seinem Unternehmen einen Workshop zum Thema Kontext und interessierte Parteien gestalten kann. 6.18

Weiterführende Informationen:

https://www.umweltpakt.bayern.de/download/pdf/managementsysteme_ueberarbeitung2018.pdf

https://www.umweltpakt.bayern.de/

 

4. Wände aus Mais

Die Universität Göttingen hat leichte Sandwichplatten mit einem Kern aus expandiertem Mais (Popcorn ) entwickelt. Die mechanischen Eigenschaften sind gleich denen von Spanplatten und haben dabei aber nur die Hälfte des Gewichts. Holzwerkstoffhersteller können die Platten auf bestehenden Anlagen produzieren.   

Interessant für Unternehmen

Unternehmen die innovativen und nachwachsenden Baustoffe verwenden wollen ist es ggf. interessant sich die Maisplatten anzuschauen. Vielleicht wäre das Material ja auch für einen innovativen Messestand aus nachwachsenden Rohstoffen eine Option.

Weiterführende Informationen:

https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22014313

 

5. Verordnungsentwurf über mittelgroße Feuerungsanlagen (1-50 MW)

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat einen Verordnungsentwurf über mittelgroße Feuerungsanlagen versendet. Die Verordnung wird für Anlagen von 1-50 MW gelten und soll die bisherigen Regelungen:

- der technische Anleitung Luft (TA Luft)

und

- der Verordnung über kleinere und mittlere Feuerungsanlagen

zusammenfassen.

Ziel des BMU ist es, die EU Richtlinie zur Begrenzung bestimmter Schadstoffe aus mittelgroßen Feuerungsanlagen in die Luft (MCP-Richtline) umzusetzen. Die Richtlinie hebt besonders auf die Reduktion von Stickstoff und Schwefeldioxiden ab.

33.000 Anlagen genehmigungsbedürftig und auch nicht genehmigungsbedürftige werden betroffen sein. Beispiele für betroffene Anlagen sind Anlagen in denen Stein-Braunkohle, Holz, und Biomasse Gas und Öl verbrannt werden. Gasturbinen und Verbrennungsmotoranlagen (z.B. Notstrommotoren) können auch darunterfallen. Für 16 Anlagen werden Ausnahmen vom Anwendungsbereich definiert: darunter fallen z.B. – mobile Maschinen (EU-VO 2016/1628), Wärme und Wärmebehandlungsöfen (z.B. Hochöfen) Koksöfen und Krematorien.

Die Schwerpunkte der Verordnungen liegen auf:

  1. Emissionsgrenzwerten für unterschiedliche Anlagenarten, mit technischen Anforderungen an die Reduzierung
  2. Vorgaben an die Überwachung
  3. Vorgaben an die zu führende Dokumentation

Ein erster Stichtag wird voraussichtlich der 1.September 2019 sein, ab hier sollen die betroffenen Anlagen in einem öffentlichen Register geführt werden. Des Weiteren sollen für bestehende Anlagen die meisten Emissionsgrenzwerte 5 Jahre nach in Kraft treten der Verordnung gelten.

Der Verordnungsentwurf geht über die europäischen Vorgaben hinaus. Das BMU schätzt den Erfüllungsaufwand mit 60 Mio. Euro ein und die jährlichen zusätzlichen Aufwendungen werden 24 Mio. Euro veranschlagt.

 

Interessant für Unternehmen

Wenn ihr Unternehmen Anlagen im Anwendungsbereich der Verordnung hat oder haben könnte, sollten sie sich mit dem Verordnungsentwurf intensiver beschäftigen, um vorbereitet zu sein. Insbesondere die Übergangsregelungen (§37) und die Möglichkeiten für Ausnahmen (§31) könnten interessant sein. Die Schätzung des BMU zum Erfüllungsaufwand und den zusätzlichen jährlichen Aufwendungen sind auch ein deutlicher Hinweis, ggf. ein Budget für die Einhaltung der neuen Anforderungen einzuplanen.

Weiterführende Informationen:

https://www.bmu.de/gesetz/referentenentwurf-der-verordnung-zur-einfuehrung-der-verordnung-ueber-mittelgrosse-feuerungsanlagen-sow/

 

 

6. Energieeffizienz in Gebäuden: Richtlinientext mit Elektroladesäulenpflicht und vielen weiteren Vorgaben

Zur Richtlinie zur Energieeffizienz in Gebäude der EU sind Änderungen vereinbart und es liegt ein finaler Text veröffentlicht vor. Durch neue Vorgaben soll bei gleichzeitiger Abschaffung „umständlicher“ bisheriger Vorschriften die Energieeffizienz von Gebäuden weiter gesteigert werden. Betroffen sind Anbieter und Nachfrager von Energiedienstleistungen im Gebäudebereich. Hier sind einige interessante Aspekte für Unternehmen zu finden:

Ladesäulenpflicht:

Nach Umsetzung der Richtlinie gilt für Nicht-Wohngebäude mit mehr als 10 Parkplätzen, die neu gebaut oder größeren Renovierungen unterzogen werden die Pflicht, diese mit mindestens einem Ladepunkt auszustatten.

Von der erwähnten Pflicht können Gebäude ausgenommen werden, wenn

-          Der Bauantrag vor oder spätestens ein Jahr nach Inkrafttreten der novellierten Richtlinie gestellt wurde

-          Die Kosten für den ladepunkt und Leerrohre mehr als 7% der gesamten Renovierungskosten darstellen würden

-          Die Gebäude von einem KMU besessen und genutzt wird.

Gebäudeautomatisierung:

Eine Pflicht zur Installation von Gebäudeautomatisierungs- und Kontrollsystemen besteht für Nicht -Wohngebäude ab dem Jahr 2025, wenn:

- diese Heizungs- bzw. kombinierte Heizungs- und Lüftungsanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 290 kW aufweisen

- beim Einsatz von Klimaanlagen mit einer Nennleistung größer 290 kW

Spätestens 2025 müssen die Staaten die Ladesäulenpflicht und auch die Gebäudeautomatisierungsvorgaben einführen.

Interessant für Unternehmen

Wenn umbauten an Parkplätzen oder Investitionen in Gebäudeautomatisierung anstehen, kann ein Blick in die Richtlinie von Nutzen sein, als Orientierung der Mindestanforderungen zukünftiger Gesetze.

 Weiterführende Informationen:

https://www.ihk-kassel.de/beratung-service/umwelt-und-energie/aktuelle-informationen/richtlinie-zur-gesamtenergieeffizienz-gebaeude/4092388

 

7. Umsetzung der NERC-Richtlinie vom Bundeskabinett beschlossen

Eine neue Verordnung über nationale Verpflichtungen zur Reduktion der Emissionen bestimmter Luftschadstoffe (43. BImSchV) wurde im Juli 2018 beschlossen. Mit diesem Schritt soll die EU-Richtlinie (2016/2284) zur Reduktion der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe (NERC-Richtlinie) umgesetzt werden.

Die Bundesregierung muss hierzu bis März 2019 ein nationales Luftreinhalteprogramm erstellen.

In der 43. BImSchV V werden Ziele zur Reduktion von SO2, NOx, NMVOC, NH3 und Feinstaub (PM 2,5) vorgegeben. Diese müssen ab dem Jahr 2020 und 2030 erreicht werden.

Interessant für Unternehmen

Zum Schluss eine gute Nachricht, nach Aussage der Bunderegierung wird zur Einhaltung der Verpflichtungen zur Emissionsreduktion keine weiteren Maßnahmen notwendig sein. Um die Verpflichtungen, die ab 2030 notwendig sind einzuhalten, würden nur für die Landwirtschaft Maßnahmen erforderlich sein, um die Ammoniakemissionen zu reduzieren.

Weiterführende Informationen:

http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP19/2343/234370.html

https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_43/BJNR122210018.html

https://www.karlsruhe.ihk.de/innovation/umwelt/Immissionen/Immissionsschutz_aktuell/neue-43--bimschv--neue-verordnung-ueber-nationale-verpflich/4166466